MoWeSta Experiment bei den Schlosslichtspielen Karlsruhe

Bei den diesjährigen Schlosslichtspiele in Karlsruhe wurden vom 20. August bis zum 3. Oktober mit Hilfe des MoWeSta Diensts, der zugehörigen Anwendung für Android und einigen selbstgebauten Wetterstationen Temperaturdaten erfasst.

Die SCHLOSSLICHTSPIELE Karlsruhe fanden 2015 zum 300. Stadtgeburtstag erstmals statt und begeistern seitdem jeden Sommer das Publikum. Schon über eine Million Menschen haben das Kunsterlebnis auf der 170 Meter langen barocken Schlossfassade besucht. Zudem sind die die SCHLOSSLICHTSPIELE ein Zugpferd für die UNESCO City of Media Arts Karlsruhe. Seit 2019 trägt die Stadt Karlsruhe diese Auszeichnung und ist die erste Creative City of Media Arts in Deutschland. In der badischen Großstadt kommen ein boomender IT-Standort, eine breit aufgestellte Hochschul- und Forschungslandschaft und eine vielfältige kulturelle Infrastruktur mit einer aufblühenden Kultur- und Kreativwirtschaft zusammen – wesentliche Faktoren, um ins weltweiten Netzwerk der UNESCO Citys of Media Arts aufgenommen zu werden.

Abbildung 1 – Impressionen Schlosslichtspiele

Für das Experiment im Rahmen des Forschungsprojekts FAIR wurden zunächst die Geräte des Lehrstuhls Networked Embedded Systems der Universität Duisburg-Essen von Mitarbeitern der KME Karlsruhe Marketing und Event GmbH an drei Orten rund um den Schlossplatz installiert (s. Abbildung 2). Darüber hinaus wurden mehrere Mobiltelefone mit MoWeSta-App als mobile Wetterstationen an die Mitarbeiter des Organisationsteam ausgegeben. Zu guter Letzt wurden die Besucher über Plakate der KME über das laufende Experiment informiert und zum Mitmachen mit dem eigenen Mobiltelefon motiviert.

Abbildung 2 – Platzierung der Stationen

Ziel dieser mehrwöchentlichen stationären und mobilen Datenerfassung in Karlsruhe ist es herauszufinden, ob die Ansätze zur Temperaturerfassung mit Hilfe von Mobiltelefonen, die von den Wissenschaftlern der Universität Duisburg-Essen bislang entwickelt wurden, auch Temperaturdifferenzen an unterschiedlichen Stellen des Veranstaltungsgeländes erkennen können. Zu diesem Zweck werden die gesammelten Daten in den kommenden Wochen im Detail ausgewertet.

Abbildung 3 – Temperaturdaten der Stationen

Ob die bestehenden Verfahren und Modelle anwendbar sind, lässt sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht mit Bestimmtheit sagen. Was sich jedoch bereits jetzt sagen lässt ist, dass die Messwerte an drei Messpunkten rund den Schlossplatz sichtbare Unterschiede aufweisen (s. Abbildung 3). So sind die Messwerte an der Station vor dem Schloss in der Regel um 2-3 Grad höher als hinter dem Schloss und die Werte der Station am Denkmal liegen in der Regel irgendwo dazwischen. Weiterhin ergibt der Vergleich mit der nächsten Wetterstation des DWD, die sich im rund 10km entfernten Rheinstetten befindet, dass die in der Stadtmitte gemessenen Werte in der Regel höher sind. Neben dem weniger streng kontrollierten Aufbau der Geräte auf dem Schlossplatz lassen sich solche Unterschiede auch durch die unterschiedliche Bebauung der Umgebung erklären.  

Sollten die Ergebnisse der gerade gestarteten Datenauswertung positiv sein, erfolgt bereits im November ein weiteres Experiment zur Datenerfassung in Karlsruhe. Bei der sogenannten Eiszeit, die von der KME organisiert wird, soll dann geprüft werden, ob die Temperaturdatenerfassung mit Mobiltelefonen auch bei geringen Temperaturen noch zuverlässig funktionieren kann.

Abbildung 4 – Projektion auf dem Schloss